Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)
Das Erwin L. Hahn Institut für Magnetresonanz

Das Erwin L. Hahn Institut für Magnetresonanz ist eine interdisziplinäre Forschungsinstitution zur Erforschung und Anwendung der Magnetresonanztomographie (MRT) Bildgebung in den Neurowissenschaften und in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Das hochschulübergreifende Institut wurde im Juli 2005 von der Universität Duisburg-Essen und von der Radboud Universität Nijmegen (Niederlande) gegründet. Im Oktober 2006 hat das Erwin L. Hahn Institut den Forschungsbetrieb an seinem Standort, dem historischen Industriekomplex und UNESCO Weltkulturerbe, Zeche und Kokerei Zollverein im Nordosten der Stadt Essen, aufgenommen.

Das Institut wurde benannt nach Erwin L. Hahn, einem Physiker, der bis zum heutigen Tag unzählbare Beiträge zum Bereich der Magnetresonanzbildgebung geleistet hat. Erwin L. Hahn ist gebürtiger US-Amerikaner und in seinem Forschungsfeld bekannt für die Entdeckung des "Spin-Echos", die eine der grundlegendsten Methoden der Signalentstehung in der Magnetresonanzbildgebung darstellt.

Das Institut ist in dem ehemaligen Leitstand der Kokerei Zollverein beheimatet, wobei der historische Charakter des Gebäudes heute eine einzigartige Synthese mit der modernen Forschungsumgebung bildet. Herzstück des Instituts ist ein 7-Tesla-Ganzkörper-Magnetresonanztomograph der Firma Siemens, Erlangen. Im Vergleich zu den heute in der klinischen MRT-Bildgebung weltweit eingesetzten 1,5 Tesla oder sogar 3 Tesla Tomographen liefert das 7 Tesla Hochfeldsystem eine vielfach höhere Sensitivität für strukturelle und funktionelle Messungen im menschlichen Körper.

Der Institutsstandort - der Industriekomplex Zollverein - ist eine ehemalige Kohlenmine und Kokerei; diese stehen stellvertretend für die Montanindustrie, die im 19ten und 20sten Jahrhundert das Ruhrgebiet entscheidend geprägt hat. Viele der Gebäude auf Zollverein wurden von den für ihre Industriearchitektur international anerkannten Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer entworfen und erbaut.

Aufgrund verschiedenster technischer und physikalischer Hürden und Herausforderungen ist die Hochfeld-MRT bis heute auf nur wenige Forschungsinstitutionen weltweit limitiert, die ihren Forschungsschwerpunkt zumeist auf die Neurowissenschaften gelegt haben. Ein Hauptziel des Erwin L. Hahn Institutes ist es, mit seinen Entwicklungen die Vorteile der Hochfeld-MRT Bildgebung auf den gesamten menschlichen Körper anzuwenden und die Verbreitung dieser Hochfeld-MRT Technologie voranzutreiben. An diesem Ziel arbeitet derzeit ein internationales Forschungsteam bestehend aus Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Medizinern. Das Erwin L. Hahn Institut steht zudem Forschern aus der gesamten Welt zur Verfügung, die Forschung mit einem Hochfeld-MRT betreiben wollen, jedoch keinen eigenen Zugriff auf einen 7 Tesla MR-Tomographen haben.

 
Impressum