Kleinhirnfunktion D. Timmann

Dagmar Timmann’s Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Funktionsweise des Kleinhirns beim Menschen. Der Beitrag des Kleinhirns zu verschiedenen Formen von motorischen Lernen steht im Zentrum vieler Untersuchungen. Aktuell konnte in Zusammenarbeit mit Kollegen der Erasmus Universiteit Rotterdam ein Versuchsaufbau zur klassischen Konditionierung des Blinkreflexes im 7T MR-Scanner etabliert werden (Thürling et al. J Neurosci, 2015).

Weiterhin ist der mögliche Beitrag des Kleinhirns zu kognitiven Funktionen von Interesse. Untersucht wird, welche Anteile des Kleinhirns für die jeweilige Lern- oder kognitive Aufgabe eine Rolle spielen, und was die zugrunde liegenden Mechanismen sind. Im Zentrum von laufenden Untersuchungen steht die Zuordnung nicht nur auf der Ebene der Kleinhirnrinde, sondern auch auf der Ebene der Kleinhirnkerne. Strukturelle und funktionelle Magnetresonanztomographie (MRT) wird sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit verschiedenen Formen von Ataxien intensiv genutzt. Das im Vergleich zu konventionellen Feldstärken verbesserte Signal-Rausch-Verhältnis von 7T MRT macht strukturelle und funktionelle Untersuchungen auf der Ebene der Kleinhirnkerne möglich. So konnte die Arbeitsgruppe zeigen, dass man strukturelle Veränderungen der Kleinhirnkerne z.B. bei der Friedreich Ataxie mithilfe von strukturellen 7T MRT Aufnahmen sichtbar machen kann (Stefanescu et al. Brain, 2015). Transkranielle direkte Gleichstromstimulation (tDCS) wird genutzt, um die Exzitabilität der Kleinhirnrinde bei Gesunden und Patienten mit Ataxien zu modulieren.

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