
Lernen zu vergessen: SFB 1280 „Extinktionslernen“ erhält dritte Förderperiode
28.11.2025 Neu
Kann man lernen, zu vergessen? Seit 2017 beschäftigt sich der Sonderforschungsbereich (SFB) 1280 „Extinktionslernen“ unter der Leitung der Ruhr-Universität Bochum mit genau dieser Frage: Wie lernt das Gehirn, Vergessen zu lernen? Können wir Angst „verlernen“ und was bedeutet das für die Behandlung von Angst- und Schmerzstörungen?
Dank der Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft startet der Verbund in eine dritte Förderperiode.
Dabei wird auch das Erwin L. Hahn Institute for MRI (ELH) wieder eine wichtige Rolle spielen: Zum Beispiel durch die von ELH-PI und Co-Sprecherin Prof. Dr. Dagmar Timmanns Forschungsgruppe durchgeführten Studien am 7Tesla MRT des ELH. Dabei wird Proband*innen erst eine Angstreaktion beigebracht und diese anschließend wieder verlernt.
Was so einfach klingt, ist viel mehr als das Auslöschen von Erinnerungen; es ist ein komplexer Prozess, bei dem neue Gedächtnisspuren alte überlagern, ohne diese vollständig zu löschen. Dies kann dazu führen, dass unter gewissen Umständen scheinbar vergessene Erinnerungen zurückkehren, insbesondere bei Angstreaktionen.
In der letzten Förderperiode konnten bereits bedeutende Fortschritte erzielt wurden, wie die Identifizierung des neuronalen Netzwerks des Extinktionslernens und die Untersuchung kontextabhängiger Erinnerungsprozesse. Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf das Verständnis der neuronalen Veränderungen beim Lernen und Erinnern sowie der Rolle von Kontextreizen.
„Unser Ziel ist, diese Grundlagenforschung in die klinische Praxis zu übersetzen – damit Therapieprozesse gezielter und wirksamer werden“, so Dagmar Timmann.